Der Eimsbütteler Bürgervertrag sieht vor, dass zur integrationsförderlichen Duchmischung der Bewohner auf dem gesamten Neubaugebiet am Hörgensweg von den insgesamt 890 Wohneinheiten - 1/3 an Studierende, Azubis und Senioren, - 1/3 als reguläre Sozialwohnungen und - 1/3 freifinanziert vermietet wird. Anhand dieser Entwicklungsstartegie sollte eine möglichst breite soziale Durchmischung im neuen Wohnquartiers in an der Oliver-Lißy-Straße erreicht werden. Die dort öffentlich rechtlich untergebrachten Geflüchteten sollen damit in einem integrationsfördenden sozialen Umfeld leben und der Stadtteil vor einer sozialen Destabilisierung geschützt werden.
Obschon der Eimsbüttler Bürgervertrag durch die hamburgische Bürgerschaft in der Druckssache 21/5231 beschlossen ist, wurde diese Entwicklungsstrategie nicht beachtet. Eine soziale Durchmischung findet nicht im ausreichenden Umfang statt. Das Sozialmonitoring 2022 verdeutlicht, dass das neue Wohnquartier an der Oliver-Lißy-Straße (Eidelstedt 042 004) mit einer Bevölkerung von 2172 Personen (6,1 % der Eidelstedter Bevölkerung) als einziges statistisches Gebiet im Bezirk Eimsbüttel: - einen niedrigen Status-Index, - einen negativen Dynamik-Index und - einen sehr niedrigen Gesamtindex aufweist.
Darüber hinhaus wurde am Duvenacker für öffentlich-rechtliche Unterbringung von Geflüchten eine Grünfläche des bisherigen Landschaftsschutzgebiets bebaut.
Der Eimsbütteler Bürgervertrag besagt für die weitere Stadtentwicklung von Eimsbüttel, dass das Angebot an öffentliche rechtlichen Unterbringungen und an sozial geförderten Wohnungsbau nun vorzugsweise in den anderen Stadtteilen erweitert wird:
"Vor diesem Hintergrund sind für notwendige neue bzw. alternative Standorte im Bezirk Eimsbüttel in erster Linie potentielle Flächen, Möglichkeiten der Nachverdichtung (Baulücken, Dachausbauten, Aufstockungen) und geeignete Gebäude im Kerngebiet, insbesondere in den Stadtteilen Eimsbüttel, Hoheluft-West und Rotherbaum entweder für Öffentliche rechtliche Unterbringung (ÖRU) oder im Rahmen des regulären Sozialwohnungsbaus (von dem auch bleibe berechtigte Zuwanderer profitieren sollen) zu prüfen, da diese im bezirklichen Vergleich bislang den geringsten Beitrag zur Unterbringung von Flüchtlingen geleistet haben.“ Auch diese Regelung wird bisher nicht beachtet, in den Stadtteilen Eimsbüttel, Hoheluft-West und Rotherbaum gibt auch nach mehr als fünf Jahren keine ÖRU, aber in Eidelstedt werden dafür drei zusätzliche Standorte an der Kieler Straße, am Harnackredder und am Lohkampstieg-/straße genutzt.
Zudem werden in Eidelstedt fortlaufend Wohnanlagen im sozial geförderten Wohngsbau erreichtet. Dies hat über den Zeitraum der Sozialbindung hinaus eine Auswirkung auf den jeweiligen Statusindex.
Schon vor der Massenflucht, die durch den mörderischen russischen Überfall auf die Ukraine ausgelöst wurde, zeigt das Sozialmonitoring, dass 17,8% der Eidelstedter in einem statistischen Gebiet leben, dass einen negativen sozialen Dynamikindex aufweist.
Dennoch läuft die zur sozialen Flankierung gedachte Förderung durch ein RISE-Programm in diesem Jahr aus.
Die Stadt ist deshalb aufgerufen alles zu tun, dass der Bürgervetrag nun bei der wieteren Stadtentwicklung strikt beachtet wird und der letzte Bauabschnitt am Hörgensweg jetzt so entwickelt und besiedelt wird, dass das dieses Gebiet sozial stabilisiert und wirtschaftlich aufgewertet wird!
Vorschlag zur integrationsfördernden Durchmischung in Eimsbüttel
Es ist zu prüfen, ob durch einen Belegungstausch zwischen fördern & wohnen, dem Studierendenwerk und der Uni Hamburg eine Verbesseung der Situation möglich ist. Dies scheint zwischen dem sich gerade im Bau befindenen Wohnunterkünften an der Rothenbaumchaussee mit denen an der Lohkampstraße (AKN/S21-Station Eidelstedt-Zentrum) besonders realistisch.